Aus dem Gemeindebrief

Alles ist durch Zufall entstanden!?

Kathrin, eine ziemlich intelligente Schülerin kommt mit ihrem Vater ins Gespräch. „Papa, ob es den Gott überhaupt gibt?“ Er merkt, dass es jetzt um ein wichtiges Thema geht und nimmt sich Zeit. „Warum soll es Gott nicht geben?“ fragt er zurück. „Na ja, in der Schule lernen wir in Biologie, wie sich alles von selbst entwickelt hat und in der Naturwissenschaft hat man doch festgestellt, dass am Anfang der Urknall stand und nicht Gott. Im Fernseher wird das ja auch immer wieder gezeigt, z.B. in Terra X.“

Sternbild
Bildrechte: pixabay

Der Vater, der sich ausführlich mit dem Thema beschäftigt hat, versucht erst einmal zu klären: „Kathrin, wer oder was hinter allem steht - also hinter dem Urknall und wer das alles sich entwickeln ließ, was da in Milliarden Jahren Großartiges entstanden ist, das kann die Naturwissenschaft mit ihren Möglichkeiten gar nicht herausfinden. Sie beschäftigt sich ja nur mit der Natur, wie der Name sagt. Gott oder irgend ein Hervorbringer ist ja nicht Teil der Natur. Deshalb kannst du Gott auch nicht mit dem besten Teleskop sehen. Er ist einfach zu groß. Ein Naturwissenschaftler wird nie so einen Satz sagen: „Alles ist durch Zufall entstanden.“ oder „Gott gibt es nicht.“ Darum werden in naturwissenschaftlichen Sendungen keine Aussagen über Gott gemacht. Kathrin wirkt nachdenklich und sagt: „Papa, vielleicht hast du recht, denn irgend wer oder irgend etwas muss ja hinter dem Urknall stehen. Von Nichts kommt Nichts.“

„Stell dir vor Kathrin, ich hab vor kurzem etwas Interessantes darüber von einer amerikanischen Professorin und Raketenforscherin gelesen. Ich hol das schnell mal her. Sie heißt Leslie Wickman und hat am Hubble Weltraumteleskop und an der internationalen Raumstation der NASA und an weiteren Projekten gearbeitet. Sie sagt, Physiker und Mathematiker haben herausgefunden, dass es ca. 100 Parameter wie z.B. die Stärke der Gravitation, die Lichtgeschwindigkeit und die Nuklearkraft gibt. Sie müssen eine ganz bestimmte Einstellung haben, die man berechnen kann, damit Leben überhaupt existieren kann. Was sie herausgefunden haben, so sagt sie, ist erstaunlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese exakten Einstellungen aller hochkomplizierten Faktoren genau richtig sind, wie wir sie heute vorfinden, liegt bei 1:10280. Das ist wie wenn jemand jede Woche Lotto spielt und mit einem Los zweimal wöchentlich gewinnt, und das 50 Jahre hintereinander ohne Unterbrechung. Du siehst, Kathrin, selbst Wissenschaftler würden nie sagen: Alles ist durch Zufall entstanden.“

„Aber Papa“, meint Kathrin, „das, was da in der Bibel steht, dass Gott alles in sieben Tagen geschaffen hat, kann ich auf keinen Fall glauben.“ Der Vater antwortet: “Katja, ich hab herausgefunden, dass die Bibel keine Antworten geben will auf Fragen, die wir selbst herausfinden können. Sie beansprucht aber, Informationen darüber zu geben, wer Gott ist, warum er die Welt geschaffen hat und wozu. Meist tut sie es in Bildgeschichten. Diese erste Bildgeschichte von den sieben Tagen beschreibt Gott wie einen Vater, der für seine Menschenkinder in sechs Tagen ein Lebens- und Welthaus baut. Lies doch mal nach! Er macht eine Feste, ein Fundament und die Sonne und der Mond werden als Lampen bezeichnet. Bei Gott sind 1000 Jahre wie ein Tag (Ps. 90,4), heißt es einmal in der Bibel, also was für uns eine unermesslich große Zeitspanne ist, ist für ihn wie ein Tag.“

„Ach so“, sagt Kathrin, „dann ist das mit der Schöpfungswoche bildlich zu verstehen.“ „Ja,“ antwortet ihr Vater, „und das Wichtigste dabei ist der 7. Tag. Der Mensch braucht einen Tag, an dem er sich ausruhen kann und genug Zeit hat für Gott. Denn Gott wartet darauf. Sonst kann der Mensch Gott gar nicht richtig kennenlernen und erfahren, wie sehr Gott ihn liebt, dass er sein Bestes - Jesus Christus - zur Erlösung geschickt hat und am Ende alles neu machen wird.“ Kathrin sagt erstaunt. „So hab ich das noch gar nicht gesehen. Ich denke, wir sollten uns am Sonntag wirklich Zeit nehmen für Gott, damit wir das Schönste und Wichtigste nicht versäumen.“

Pfr. Johannes Lindner