Aus dem Gemeindebrief

Komm, sag es allen weiter, ruf es in jedes Haus hinein!

Liebe Gemeindemitglieder,

genau das geschieht kaum mehr in unserer Zeit, das Weitersagen, das Sprechen über Gott, über die Erfahrungen, die man mit Jesus Christus gemacht hat und was er uns bedeutet.

„Gott selber lädt uns ein“, so heißt die Fortsetzung von dem obigen Liedanfang. Eine lebenswichtige, sensationelle Botschaft gilt es weiterzugeben, eine gute Nachricht von Gott, die immer aktuell bleibt und vom Schönsten und Besten handelt, was es gibt.

Aber viele Christen sprechen kaum davon, geben es auch nur vereinzelt an die nächste Generation weiter. Man spricht von Traditionsabbruch. Deutschlandweit nehmen die Gemeindegliederzahlen ab und die Kirchen verlieren an Bedeutung.

Das Weitersagen und Verkünden gehört grundlegend zum Christsein. Die Kirche entstand dadurch, dass Jüngerinnen und Jünger Jesu vom Heiligen Geist erfüllt (Pfingsten) anfingen zu predigen in anderen Sprachen. (Apg.2,4) Das zeigt ja, dass Gott durch seinen Heiligen Geist alle Menschen erreichen will. Aber er braucht uns Menschen dazu.

Es ist etwas eingetreten, was sich nicht gut für die Kirchen auswirkt: Vom Glauben und von Gott reden, das ist Sache von Pfarrern und speziell Beauftragten geworden. Bei uns erscheint es oft peinlich und anormal, wenn jemand erzählt, was er mit Gott erlebt hat und was Jesus Christus für ihn bedeutet. Ist es nicht so?

Dabei ist aber gerade durch dieses Weitersagen die Kirche gewachsen. Sie nimmt auch heute in vielen Teilen der Welt zu.

Als die Urkirche in Jerusalem nach relativ kurzer Zeit verfolgt wurde heißt es weiter: „Die nun zerstreut worden waren, zogen umher und verkündeten die Botschaft Gottes.“ (Apg. 8,4) Das war für sie ganz selbstverständlich. Jesus Christus hatte alle seine Jünger beauftragt: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.“ (Markus 16,15) Petrus, der erste Gemeindeleiter schreibt in seinem ersten Brief an Christen zu seiner Zeit: „Ihr seid ... die königliche Priesterschaft ... dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht.“ (1. Petrus 2,9)

Also alle sollen von Gottes Wohltaten reden. Martin Luther hat deshalb vom „Priestertum aller Gläubigen“ gesprochen. Natürlich gibt es einen Sinn, dass für die öffentliche Verkündigung und Gemeindeleitung gut ausgebildete Personen beauftragt werden. Aber diese sollen eigentlich die Gläubigen ermutigen, in ihrer Lebenswelt von ihrem Glauben und von ihren Erfahrungen zu erzählen. Es wird nicht ohne Wirkung bleiben wenn wir das wieder tun. Gott selbst gibt den Heiligen Geist, die Kraft und den Mut dazu.

In den Psalmen heißt es: „Wir danken dir Gott, wir danken dir! Wir bekennen dich als unseren Gott und erzählen von den Wundern, die du tust.“ (75,2) „Wir wollen es unseren Kindern nicht verschweigen. Auch die kommende Generation soll hören von der Macht des Herrn, von seinen Wundern, von allen Taten, für die wir ihn preisen.“ (78,4)

Auch in unserer Kirchengemeinde wollen wir im Herbst mit einer besonderen Verteilaktion unseren Glauben ins Gespräch bringen, s. Startseite. Es wäre schön, wenn möglichst viele sich beteiligen. Jünger sein heißt in seiner ursprünglichen Bedeutung „Lernender sein“ - auch für das Weitersagen gibt es Anleitungen und Hilfen.

Herzlich grüßt Ihr