An(ge)dacht

Jahreslosung 2021
Bildrechte: Verlag am Birnbach | Motiv: Stefanie Bahlinger

 

Jesus Christus spricht:

"Werdet barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist! Verurteilt nicht andere, dann wird Gott auch euch nicht verurteilen. Sitzt über niemand zu Gericht, dann wird Gott auch über euch nicht zu Gericht sitzen. Verzeiht, dann wird Gott euch verzeihen. Schenkt, dann wird Gott euch schenken; ja, er wird euch so überreich beschenken, dass ihr gar nicht alles fassen könnt. Darum gebraucht anderen gegenüber ein reichliches Maß; denn Gott wird bei euch dasselbe Maß verwenden."

Lukas 6,36–38 (Gute Nachricht Bibel)

 

Das Evangelium nach Lukas könnte man auch als das Evangelium der Barmherzigkeit bezeichnen. Warum? Nur bei Lukas werden Ereignisse aus dem Leben Jesu bzw. Worte Jesu überliefert, die in besonderer Weise deutlich machen, dass Gott barmherzig ist, – so etwa die Begegnung Jesu mit dem Zöllner Zachäus in Jericho (Lukas 19,1–10) oder das Gleichnis von dem Zöllner, der Gott gegenüber seine Schuld eingesteht und Vergebung empfängt (Lukas 18,9–14).

Besonders zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang das 15. Kapitel des Lukas-Evangeliums; dort werden drei Gleichnisse überliefert, die Jesus erzählt hat: das Gleichnis vom verlorenen Schaf, vom verlorenen Groschen und vom verlorenen Sohn: Ein Vater hat zwei Söhne; der jüngere Sohn lässt sich sein Erbe auszahlen und lebt so, dass das erhaltene Geld schnell verbraucht ist. Er kehrt zurück zum Vater, bittet um Verzeihung und schlägt vor, das verprasste Erbe als Lohnarbeiter wieder zu beschaffen. – Der Vater freilich lehnt diesen Vorschlag ab und feiert ein großes Fest; er begründet dies so: „… mein Sohn hier war tot, jetzt lebt er wieder. Er war verloren, jetzt ist er wiedergefunden“ (Lukas 15,24).

Interessant ist der Zusammenhang, in dem Jesus die drei Gleichnisse erzählt; so heißt es am Beginn von Lukas 15,1+2: „Eines Tages waren wieder einmal alle Zolleinnehmer und all die anderen, die einen ebenso schlechten Ruf hatten, bei Jesus versammelt und wollten ihn hören. Die Pharisäer und die Gesetzeslehrer murrten und sagten: Er lässt das Gesindel zu sich! Er isst sogar mit ihnen!“

Wir stellen fest: Schon Jesus hatte es schwer, die Botschaft von der Barmherzigkeit Gottes in die Köpfe und Herzen der Menschen seiner Zeit zu bringen. Die religiös Etablierten, die Anständigen stieß er damit vor den Kopf; speziell ihnen erzählt er die drei Gleichnisse, um deutlich zu machen: Gott sucht das Verlorene, die Verlorenen!

Daran hat sich nichts geändert: Zu allen Zeiten tat die Kirche sich schwer, die Zusage der Barmherzigkeit Gottes nicht an besondere Bedingungen zu knüpfen. Die Jahreslosung für das Jahr 2021 ruft uns deshalb in Erinnerung: Christen haben sich an Jesus selbst zu orientieren! Die Übersetzung der Gute-Nachricht-Bibel spitzt dies noch einmal zu: „Werdet barmherzig, so wie euer Vater barmherzig ist!“

Ich möchte sagen: Auch für mich als Christ ist es ein Weg, barmherzig zu werden! So, wie ich bin, neige ich eher dazu, andere zu be- und zu verurteilen; wenn es nach Jesus geht, soll ich genau das nicht tun. Wer sich in der Hand des barmherzigen Gottes weiß, der soll anderen helfen, auch dorthin zu kommen …

Es grüßt Sie

Ihr

Sig_H-H_Münch
Hans-H. Münch, Pfr.

 

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Tageslosung

Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?
Jeremia 23,29
Jesus spricht:  Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!
Lukas 12,49

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