Herzlich willkommen ...

in Röslau, dem geografischen Mittelpunkt des Fichtelgebirges. Schön, dass Sie sich für unsere Heimat und unsere evangelische Kirchengemeinde interessieren. Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Entdecken!

Gottesdienste

An dieser Stelle finden Sie ein Video von www.youtube.com. Sie können es sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von www.youtube.com angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten übermittelt werden.

Kurz & gut – die tägliche Dosis Glauben & Kirche

Vor ein paar Jahren bin ich mit meiner Familie von der Küste des Schwarzen Meeres hinaufgestiegen ins Krimgebirge. Nachdem wir die „Teufelsleiter“, einen steilen Pfad in einer Felsspalte, hinter uns gebracht hatten und es ein wenig durch den Wald ging, waren wir auf der Hochebene: ein grandioser Blick. Hinunter auf die Küste und die Weite des Meeres. Hinüber zu den Bergen und den Hügeln des Landesinneren. Über uns der offene Himmel. Kein Mensch weit und breit. Nur das liebliche Gezwitscher der Vögel und das Rauschen des Windes.

Auf einer Wiese machten wir Rast, legten die Decke ins Gras und packten unser Picknick aus. Im Rucksack hatten wir auch ein Stück „Brot des Lebens“ (Joh 6) in Form unseres Losungsbüchleins. Ich schlage es auf an diesem besonderen Ort, und die biblischen Worte für diesen Tag passen perfekt. So perfekt, dass ich sie in einem Foto mit den Bergen im Hintergrund festhalten musste. Braucht es dazu noch eine Predigt? Oder predigt die Umgebung alleine? „Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott!“ (Offb 15,3)

Tageslosung
Bildrechte Jörg Mahler

Hier oben in den Bergen staune ich über Gottes Schöpfung und bin dankbar, dass er uns etwas so Wundervolles wie unsere Natur geschenkt hat. Hier oben in den Bergen spüre ich, wie klein wir Menschen doch sind, und zugleich weiß ich mich dem Himmel und Gott so nah. Hier oben in den Bergen merke ich, dass ich oft Kleinigkeiten viel zu ernst nehme. Dieser Moment schenkt mir neu Gelassenheit, und das Vertrauen darauf, dass er es schon richten wird.

Dieser Ort im Krimgebirge ist mir zu einem Ort der besonderen Gegenwart Gottes geworden. Ich verstehe, wenn jemand sagt: „Ich bin Gott in der Natur besonders nahe“. Auch Jesus ist auf Berge gegangen, um mit seinem Gott allein zu sein. Solche besonderen Orte wie die Berge tun gut, und können uns neu in Kontakt zu Gott bringen.

Und dennoch gehört genauso das andere dazu, nämlich sich von Gott und seinem Wort anreden zu lassen. Und die Gemeinschaft in der Gemeinde. Denn ein Christ lebt immer in Beziehung zu anderen, Glauben will gemeinsam gelebt sein. Auch Jesus ist immer wieder von den Bergen zurückgekehrt in die Mitte der Menschen, mit denen er seinen Glauben gelebt und geteilt hat.

Ich schlage den Zusammenhang dieses wunderbaren Bibelwortes in der Offenbarung des Johannes nach. Und ich stelle fest: Eigentlich geht’s hier um mehr als „nur“ um die Natur, Johannes meint mit den „Werken Gottes“ die Erlösung, die Gott schenkt: An Ostern haben wir Gott das große „Halleluja“ für unsere Erlösung von Sünde und Tod gesungen. Und Pfingsten haben wir mit einem sehr gut besuchten Gottesdienst bei herrlichem Wetter im Thus gefeiert: Wir leben jeden Tag in der Kraft seines Geistes. Wunderbar sind deine Werke!

Auch der alttestamentliche Bibeltext aus dem Losungsbüchlein für unseren Bergwandertag fügt sich in diesen Ort und in diese Zusammenhänge wunderbar ein: „Ich bin´s, dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem ganzen Heer geboten hat.“ (Jes 45,12) Hier oben in den Bergen, da fühle ich förmlich diesen ausgebreiteten Himmel, stelle mir vor, dass von ihm herab Gott seinen Segen auf die ganze Welt ausschüttet. Und zugleich ist das ein Wort gegen alle Vermessenheit und Wichtigtuer, gegen alle, die ihren eigenen Machtanspruch ausbreiten, ob das die Möchtegern-Alleinherrscher in der Politik oder in der Arbeit oder in der Familie sind. Gott spricht: „Ich bin´s“, und wir sind nichts gegen ihn. Hier oben lerne ich neu, mich in Demut in seine göttliche Ordnung einzufügen und das Meine zu tun zum Wohl der anderen.

Ich wünsche Ihnen allen für diesen Sommer, dass Ihnen neu die Augen aufgehen für Gottes Herrlichkeit und Sie staunend danken können. Und dass Sie Ihre eigenen Erlebnisse und Begegnungen mit Gott haben, die Sie im Glauben und im Leben stärken – egal an welchem Ort, denn Gott wohnt ja nicht nur im Krimgebirge :)

Ihr Jörg Mahler, Pfarrer